Im Kreis von 29 Nobelpreisträgern

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (Salzburg) ernennt Reinhard Kienberger zum Mitglied

11. März 2013

Mit einer feierlichen Zeremonie in Salzburg nahm die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste am Samstag, den 2. März 2013, Prof. Reinhard Kienberger in ihren Kreis auf. Kienberger ist Mitglied im Exzellenzcluster MAP, Forschungsgruppenleiter für Attosekundenphysik am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Professor für Experimentalphysik an der Technischen Universität München (TUM). „Ich freue mich sehr über die Aufnahme in die Europäische Akademie. Das zeigt den hohen Stellenwert, den die Attosekundenphysik in der Wissenschaft genießt“, sagt Kienberger.

Von links nach rechts: Prof. Reinhard Kienberger, Prof. Felix Unger, Präsident der Europäischen Akademie, Doris Leuthard, Bundesrätin Schweiz, Borut Pahor, Staatspräsident von Slowenien, Ivo Josipović, Staatspräsident von Kroatien

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste versteht sich als ein europäisches Gelehrtenforum, welches interdisziplinär, transnational, brückenbauend europarelevante Themen aufgreift. Unter den 1.500 Mitglieder aus den Bereichen Philosophie, Medizin, Kunst, Naturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Technik- und Umweltwissenschaften sowie Weltreligionen finden sich 29 Nobelpreisträger.

Reinhard Kienberger, aus Saalfelden (Österreich) stammend, hat das junge Gebiet der Attosekundenphysik mitgeprägt. Eines der wichtigsten Ziele der Attosekundenphysik ist es, Momentaufnahmen vom Innenleben der Atome zu erhalten. Hierdurch werden wichtige Erkenntnisse über den Ablauf chemischer Reaktionen, die Dynamik von Elektronen in Festkörpern oder die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie gewonnen. Diese finden Anwendung in der Chemie, der Molekularbiologie, der Nanoelektronik sowie in der medizinischen Diagnostik und Tumortherapie.

Im Jahr 2002 promovierte er im Labor von Prof. Ferenc Krausz an der Technischen Universität Wien über das Thema „Subfemtosecond XUV Pulse Generation and Measurement“. Dabei erzeugte er als erster Lichtpulse mit einer Dauer von weniger als einer Femtosekunde (ein Millionstel einer Milliardstel Sekunde). In einem 10-monatigen Forschungsaufenthalt am Stanford Linear Accelerator Center (USA), ermöglicht durch das APART Stipendium (Austrian Programme for Advanced Research and Technology der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), gelang es ihm als erstem, ultraschnelle Messtechniken auf Röntgenstrahlung anzuwenden. Neben dem Sofja Kowalevskaja Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung (2006), eines „Starting Grants“ (2007) des European Research Council, wurde Prof. Kienberger 2010 mit dem ICO-Preis der International Commission for Optics ausgezeichnet. Reinhard Kienberger hält seit September 2008 eine Professur an der Technischen Universität München, die im Rahmen des Exzellenzclusters MAP eingerichtet wurde. Judith Eckstein

Weitere Informationen: http://www.euro-acad.eu/

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