Thomas Gantner rückt die Wissenschaft ein Stück näher an die Idee des Bose-Einstein-Kondensat polyatomarer Moleküle  

Thomas Gantner kam bereits während seines Studiums als wissenschaftliche Hilfskraft an das MPQ. Gut acht Jahre später und mit erfolgreich abgeschlossener Promotion in der Tasche verlässt er nun das Institut.

21. April 2021
Thomas Gantner mit Doktorhut nach erfolgreicher Verteidigung

In seiner Dissertation beschäftigte sich Thomas Gantner mit kalten, dichten und langsamen Ensembles polyatomarer Moleküle für Kollisionsexperimente. Dabei wurden Moleküle zuerst in einer kryogenen Puffergaszelle gekühlt und der dabei erzeugte schnelle Molekülstrahl anschließend mit der "Kryofuge" abgebremst. So wurden Molekülensembles mit so großer Dichte erzeugt, dass Kollisionen zwischen kalten, polyatomaren Molekülen beobachtet werden konnten. Das Prinzip des Kühlens und Abbremsens funktioniert für sehr viele verschiedene Moleküle, da es auf dem elektrischen Dipolmoment der Moleküle beruht. Die Arbeit markiert damit einen wichtigen Schritt in Richtung "kalter Chemie", bei der chemische Reaktionen bei extrem niedrigen Temperaturen kontrolliert werden können. In einem weiteren Arbeitsschritt wurden dann die langsamen, kalten Moleküle in einer mikrostrukturierten, elektrostatischen Falle für mehrere Sekunden gespeichert - Thomas Gantner hat damit die Wissenschaft näher an die Idee eines Bose-Einstein-Kondensats von polyatomaren Molekülen gebracht.

What’s next?

Thomas Gantner arbeitet bereits seit 1,5 Jahren in der Entwicklungsabteilung bei Scanlab, wo er unter anderem Galvonometerscanner entwickelt, die Laserstrahlen sehr präzise und schnell in beliebige Richtungen ablenken können. Die Anwendungsgebiete dieser Laser sind vielfältig. Allzu viel habe sich für ihn seit seiner Zeit am MPQ gar nicht geändert, meint Thomas Gantner, denn: „auch in seiner neuen Rolle gibt es immer wieder neue und herausfordernde Probleme zu bewältigen.“

Wir gratulieren zur Promotion!

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