Matthias Körber schafft einen wichtigen Schritt zur Verlängerung der Speicherzeit von photonischen Quantenzuständen

Nach fünfeinhalb Jahren Forschung beendete Matthias Körber im Dezember 2020 erfolgreich seine Promotion.

29. März 2021
Matthias Körber vor dem MPQ.

Matthias Körber startete im Jahr 2014 seine Promotion am MPQ. Sein Ziel: die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie erforschen, um Quantenzustände mittels einzelner Photonen besser austauschen und speichern zu können. Erfolge in diesem Feld sind besonders für die Entwicklung zukünftiger Quantennetzwerke bedeutend. Konkret hat er in seiner Arbeit mit dem Titel "Long-lived and efficient qubit memory for photonic quantum networks" die kohärente Absorption und Emission eines photonischen Quantenbits von einem einzelnen Atom untersucht, und somit die Kohärenzeigenschaften und Effizienz des Speicherns verbessert. 

Im Zuge dieser Arbeit ist es gelungen, die Speicherzeit von Quantenzuständen auf über 100 Millisekunden zu verlängern, was in etwa einer Verbesserung um drei Größenordnungen entspricht. Damit konnte Matthias Körber erstmalig die Dauer eines photonischen Quantenspeichers demonstrieren, der der Minimalanforderung für die Teleportation von Quantenzuständen in einem Netzwerk auf globaler Skala genügt.

Begonnen hat Matthias Körber in der theoretischen Physik, wechselte aber für seine fast fünfeinhalb Jahre andauernden Forschung am MPQ dann doch in die experimentelle Physik: "Die Manipulation des Zustands eines einzelnen Atoms mit einem einzelnen Photon nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich in einem Labor vorzunehmen, ist eine einzigartige Erfahrung, die man nicht in seiner Garage machen kann. Neben den einzigartigen Forschungsmöglichkeiten und der Freude daran, die Physik auf fundamentaler Ebene arbeiten zu sehen, ist einer der unvergesslichsten Aspekte meiner Zeit am MPQ die Möglichkeit, so viele brillante und hilfsbereite Forscher kennengelernt zu haben, die unermüdlich daran arbeiten, unser Verständnis und die Kontrolle über die bizarre Welt der Quantenphysik voranzutreiben," so Matthias Körber.

What's next?

Vor knapp zwei Jahren startete Matthias Körber eine Karriere als Softwareingenieur bei Google, wo er derzeit als technischer Leiter mit einem Team aus sechs Ingenieuren am Chrome Browser arbeitet.

 

Herzlichen Glückwunsch und für die Zukunft alles Gute!

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