Otto-Hahn-Medaille: Johannes Zeiher als exzellenter Nachwuchsforscher von der MPG ausgezeichnet

Für seine herausragende Doktorarbeit erhält Johannes Zeiher, ehemaliger Doktorand am MPQ die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Es ist eine besondere Ehrung für exzellente Nachwuchswissenschaftler

13. August 2019

Johannes Zeiher, ehemals Doktorand in der Abteilung Vielteilchensysteme von Prof. Bloch am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, hat 2019 die Otto-Hahn-Medaille erhalten. Mit seiner Dissertation etablierte er eine neue Möglichkeit, um ultrakalte Atome im optischen Gitter miteinander wechselwirken zu lassen. Das Besondere an der Methode: die Wechselwirkungen erstrecken sich räumlich von einem Atom über seine jeweiligen Nachbaratome hinaus, sie sind daher „langreichweitig“. Außerdem lassen sie sich durch Laser präzise kontrollieren – methodisch ist das ein Novum. Dieses Vorgehen wurde bis dahin nur theoretisch vorgeschlagen, aber noch nicht erfolgreich experimentell umgesetzt. Zudem haben Johannes und sein Team die beteiligten Atome mit einem Mikroskop beobachtet und konnten die Effekte der Wechselwirkung Atom für Atom exakt nachvollziehen. Dadurch lassen sich neuartige, quantenmechanisch verschränkte Materiezustände herstellen, kontrollieren und untersuchen – alles Grundlagen für die Entwicklung von Quantentechnologien.

Mit der Otto-Hahn-Medaille prämiert die Max-Planck-Gesellschaft weitreichende und bedeutsame wissenschaftliche Arbeiten von jungen Ausnahmeforschern, wie die von Johannes Zeiher. Sie vergibt die Auszeichnung seit 1978 jedes Jahr an bis zu 30 Wissenschaftler/innen und verleiht den Preis immer im Rahmen ihrer Hauptversammlung.

Johannes Zeiher bei seiner Dankesrede an der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft

„Ich freue mich sehr über die mit der Auszeichnung verbundene Anerkennung der Arbeit im Rahmen meiner Promotion, und zwar für das ganze beteiligte Team und natürlich auch für das besondere Umfeld des MPQ. Der Preis gibt meiner Arbeit in der wissenschaftlichen Community mehr Sichtbarkeit und hat auch, wie ich merke, bei Freunden und Familie das Interesse geweckt, meine Forschung besser zu verstehen. Das finde ich natürlich klasse! Gleichzeitig hat die Auszeichnung meinen Wunsch, in der Wissenschaft zu bleiben und eine akademische Laufbahn einzuschlagen, weiter bestätigt.“

Heute ist Johannes Zeiher als Postdoktorand an der University of California in Berkeley, USA, tätig. Er ist als Feodor Lynen Fellow der Humboldt Stiftung Mitglied der Forschungsgruppe von Prof. Dan Stamper-Kurn, einem weltweit anerkannten Wissenschaftler auf dem Gebiet der ultrakalten Atome, der Quanten-Vielteilchenphysik, der Quantenoptik und der Physik der kondensierten Materie sowie ausgezeichneter „MPQ Distinguished Scholar“ und Freund des Instituts.

 

28 junge Wissenschaftler erhalten dieses Jahr die Otto-Hahn-Medaille als Auszeichnung für ihre bedeutsame wissenschaftliche Arbeit.

Alle anderen Preisträger und ihre Projekte finden Sie in dieser Broschüre: https://www.mpg.de/13618830/otto-hahn-medaille-preistraeger-2018.pdf

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