Girls for Science 2026: Karrierewege in der Quantenwissenschaft sichtbar machen

Mehr als 60 Schülerinnen kamen ans MPQ, um Frauen aus der Quantenwissenschaft kennenzulernen und zu entdecken, wie vielfältig die Wege zu einer Karriere in der Physik sein können.

Bereits zum zweiten Mal lud MCQST Schülerinnen aus ganz Bayern und darüber hinaus zum Girls-for-Science- Event an das Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) ein. In Keynote-Vorträgen, einer Podiumsdiskussion, beim Speed-Mentoring und bei exklusiven Einblicken in verschiedene Labore lernten Schülerinnen der 9. bis 12. Klasse die Quantenwissenschaft aus nächster Nähe kennen – und trafen Frauen, die ihre berufliche Zukunft in Forschung, Industrie, Lehre und Wissenschaftskommunikation gestalten.

Die Veranstaltung orientiert sich am Format „Inspiring Future Women in Science“ des Perimeter Instituts und basiert auf einer einfachen Idee: Sehen heißt glauben. Wenn junge Frauen Wissenschaftlerinnen kennenlernen, mit denen sie sich identifizieren können, und erfahren, wie vielfältig der Weg in die Physik tatsächlich sein kann, wirkt das Fachgebiet weniger abstrakt – und wird zu einer greifbaren Möglichkeit für die eigene Zukunft.

Es gibt nicht nur einen Weg in die Quantenphysik

Drei Keynote-Vorträge eröffneten den Tag und zeigten jeweils einen anderen Weg in – und durch – eine Karriere in der Quantenwissenschaft.

Sabrina Patsch, Wissenschaftsjournalistin beim c’t Magazin von Heise, gab zunächst eine Einführung in die Quantenphysik und erzählte anschließend von ihrem eigenen Werdegang: Als erste Akademikerin in ihrer Familie (Arbeiterkind) promovierte sie und wechselte später in den Wissenschaftsjournalismus. Ihr Weg zeigt eindrucksvoll, dass eine Promotion in Physik ebenso gut in die Wissenschaftskommunikation führen kann.

Monika Aidelsburger, Professorin für Experimentalphysik an der LMU München und Gruppenleiterin am MPQ, gab einen Einblick in ihre Forschung, bei der sie einzelne Atome manipuliert, um Quantencomputer zu simulieren, und diese mit Lasern auf Temperaturen unterhalb der Weltraumtemperatur abkühlt. Ihre Begeisterung für die Forschung und ihr aufschlussreicher Vortrag lösten eine Flut von Fragen aus und waren ein klares Highlight des Tages.

Isabella Fritsche, die derzeit als Quantum Hardware Engineer bei planqc arbeitet, sprach über ihren eher ungewöhnlichen Weg in die Quantenwissenschaft, darüber, den eigenen Interessen treu zu bleiben und ihnen zu folgen, sowie über ihre Entwicklung bei planqc – von der Gründungsphase des Start-ups bis hin zur Leitung eines Teams und eines Projekts zum Bau von Quantencomputern. Dabei betonte sie auch einen entscheidenden Aspekt: Gemeinschaft. Ein Netzwerk aus anderen Frauen in der Quantenwissenschaft zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen, ist von großer Bedeutung. Denn sich gegenseitig zu stärken, ist genauso wichtig wie die Wissenschaft selbst.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vorurteile abbauen“

Die Doktorandin Nina Miller (TUM) moderierte eine Podiumsdiskussion mit vier Forscherinnen in unterschiedlichen Karrierestufen aus Wissenschaft, Industrie und Bildung. Wir freuten uns sehr, dass Lisa Krüger (Doktorandin an der TUM), Johanna Oefele (Lehrassistentin an der LMU), Dorothee Tell (Postdoc am MPQ) und Gwenaelle Vest (Leiterin der Abteilung „Systems“ bei der Q.ANT GmbH) Einblicke in ihre ganz persönlichen Erfahrungen gaben.

Die Diskussion reichte von der Auseinandersetzung mit Vorurteilen darüber, wer in die Physik gehört, bis hin zum Umgang mit Rückschlägen und der Verfolgung der eigenen Interessen. Eine Botschaft kam dabei deutlich zum Ausdruck: Ein Physikstudium öffnet weitaus mehr Türen, als man erwartet – sei es, um Technologien in der Industrie mitzugestalten, die Forschung im Labor voranzutreiben, durch den Aufbau und die Durchführung von Experimenten im Hörsaal „Aha-Momente“ auszulösen oder aktiv die Gemeinschaft mitzugestalten, die man sich wünscht.

Speed-Mentoring und Laborführungen

Nach dem Mittagessen bildeten die Studierenden Zweiergruppen mit Nachwuchswissenschaftlern – Masterstudierenden, Doktoranden, Postdocs und Wissenschaftskommunikatoren –, um in offenen Gesprächen über die nächsten Schritte und den Spagat zwischen Ambitionen und Alltag zu sprechen.

Der Tag endete mit Führungen durch einige Münchner Quantenlabore: das Labor für Vielteilchensysteme und die attoworld-Gruppe am MPQ, das Quanten-Sensing-Labor an der TUM sowie planqc – all dies machte die Vorträge des Tages greifbar.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Vertraut eurem Instinkt, verfolgt das, was euch begeistert, und betrachtet Rückschläge als Lernerfahrung statt als Misserfolg – die bedeutendsten Belohnungen, so betonten mehrere Referentinnen, liegen meist jenseits der schwierigsten Probleme.

Ein großes Dankeschön an alle Referentinnen, Mentorinnen und Teilnehmerinnen, die die diesjährige „Girls for Science“-Veranstaltung zu einem Erfolg gemacht haben. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr.

Die Veranstaltung wurde vom Exzellenzcluster „Munich Center for Quantum Science and Technology“ (MCQST) gemeinsam mit dem PhotonLab organisiert, basierend auf dem vom Perimeter Institute in Kanada entwickelten Konzept.

Weitere Informationen sowie eine Bildergalerie zur Veranstaltung Girls for Science 2026 finden Sie auf der Website von MCQST: LInk

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