Otto-Hahn-Medaille für Amelie Heinzerling
Mit der Otto-Hahn-Medaille zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jährlich bis zu 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen für herausragende Leistungen im Rahmen ihrer Promotion aus.
Für ihre wegweisenden Beiträge zur Ultrakurzzeitoptik und Attosekundenforschung wurde Amelie Heinzerling, ehemals Doktorandin in der MPQ-Abteilung für Attosekundenphysik, mit der renommierten Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Die Ehrung erhielt sie im Rahmen der Jahrestagung der Max-Planck-Gesellschaft in Frankfurt am Main.
In ihrer Dissertation mit dem Titel „Field-Resolved Single-Cycle Deep-UV Pulses via Attosecond Solitons“ demonstrierte Amelie Heinzerling eine neuartige Quelle für Attosekundenpulse, die einen bislang kaum erschlossenen Spektralbereich erschließt: das tiefe Ultraviolett. Mithilfe von Solitondynamik in einer gasgefüllten Hohlkernfaser gelang es ihr, Lichtpulse auf eine Dauer von weniger als einer Femtosekunde - ein Millionstel einer Milliardstel Sekunde - zu komprimieren.
Um diese beispiellos kurzen Pulse experimentell nachzuweisen, entwickelte sie zugleich die elektrische Feldmetrologie für den tief-ultravioletten Spektralbereich weiter. Dabei zeigte sie, dass sich die elektrischen Felder solcher Pulse mittels nichtlinearer photoleitender Abtastung (nonlinear photoconductive sampling) präzise vermessen lassen.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift Nature Photonics veröffentlicht und haben bereits große internationale Aufmerksamkeit erregt. Sie eröffnen neue Perspektiven für die Attosekundenforschung – insbesondere für die Untersuchung der Dynamik von Valenzelektronen.
Die Erweiterung der Attosekundenphysik in einen neuen Spektralbereich, für den die erforderlichen Messmethoden bislang nicht etabliert waren, erforderte ein hohes Maß an Innovationskraft und technischem Können. Herzlichen Glückwunsch, Amelie!












